Kirchengasse 8

Imbach - Kremstal

Kirchengasses 8

In der Geschichte leben


Da lag es nun: Unser neues Heim.

Wir konnten es noch gar nicht glauben.
Wir standen am Rand der Burgruine des Scheibelberges und schauten auf den beschaulichen Ort Imbach, der sich vor Jahrhunderten im unteren Kremstal entlang des gleichnamigen Flusses entwickelt und bis heute erhalten hat.

Hinter der Pfarrkirche und dem ehemaligen Dominikanerinnen Kloster ist das Haus in die historische Kirchengasse eingebettet.
Wir mussten „unser Landgut“ nur einmal besichtigen um zu wissen: „Das ist es!“.
Die Kirchengasse wird unser neues zu hause.

Wobei das einzig „neue“ im Grunde wir sind. Die Gasse und das Haus kann auf eine Jahrhunderte andauernde Geschichte zurückblicken und wird mit Sicherheit noch stehen, wenn wir einmal nicht mehr sein werden.

Dieses Haus bietet die Möglichkeit, Geschichte nicht nur zu studieren, Geschichte zu lesen oder Geschichte wie in einem Museum anzuschauen.
Dieses Haus bietet die einmalige Möglichkeit in der Geschichte zu leben.

„Du isst, kochst, wohnst, schläfst in Räumen, die über 3,50 Meter hoch sind.“

„Wenn Du ins Bett gehst, schaust Du auf eine Holzdecke, die aus dem 17. Jahrhundert stammt.“

„Du läufst über einen Innenhof, der schon vor Jahrhunderten als Weinlesehof genutzt wurde.“

„Du schaust auf einen Turm, dessen älteste Mauern zur Gründungszeit Imbachs und zu einer Zeit entstanden sind, als Christoph Columbus noch nichts von Amerika wusste.“

Aus jeder Ritze des Hauses spürst man den Hauch früherer Zeiten, jedes Knarren des Bodens ist ein Tönen der Geschichte und man entwickelt eine Idee davon, wie die Menschen schon vor Generationen gelebt haben.

Ein derartiges Erlebnis ist nur in einem Ort wie Imbach möglich, der auf diese lange Geschichte zurückblicken kann und seine Geschichte als erhaltenswert und wichtig verstanden hat.
Die historische Bausubstanz des Ortes ist gewaltig und wird dabei aber nicht wie in einem Museum konserviert und aufbereitet, sondern man lebt mit seiner Geschichte und hält sie dadurch am Leben, gerade weil man selbst DARIN lebt.

..und dennoch lebt man auch im Hier und Jetzt.
Ist auch das Haus historisch, so muss man nicht auf die Vorzüge der heutigen Zeit verzichten. Modernes Stromnetz, Kanalisation und Gasanschluss sind selbstverständlich. Schnelle Internetverbindung, gute Verkehrsanbindung und das nahe Krems mit seiner Infrastruktur machen es einem leicht, sich auch einem „Geschichtshaus“ in Imbach wohl zu fühlen.
Nur weil man in der Geschichte lebt, muss man hier die Zukunft nicht verpassen.

Geschichte des Hauses

De Domus

Das Haus in der Kirchengasse 8
Vulgo-Bezeichnung: „De Domus“
Vormals Haus Nr. 46 bzw. 42

Als ursprünglich im Besitz der Kuenringer wurde das Grundstück zwischen der heutigen Kirchengasse 6 bis zur Weintalgasse 1 im 12ten Jahrhundert an das Augustiner-Chorherrenkloster in St. Georgen an der Traisen (heute Stift Herzogenburg) zusammen mit Gärten und Weingärten gestiftet und diente lang Zeit als Weinlesehof. Die Anlage war durch einen alten Turm, heute Teil der Weintalgasse 1 (auch im Turner genannt) geprägt, der vermutlich auch einen Kapellenraum im Erdgeschoß beherbergte.

In der Vielschichtigkeit seiner Bewohner, welche oft Amtsträger oder Richter waren, erlebte die Anlage eine deutliche Veränderung als dieses Gut 1636 durch Tauschhandel in den Besitz des Dominikanerinnenklosters Imbach überging und bis 1735 als Priorinnen-Haus diente.
In dieser Nutzungsphase wurde auch der alte Turm des Dorfes (der im unteren Teil aus dem frühen 15ten Jahrhundert stammen dürfte) integriert und auch der straßenseitige Gebäudeteil (heute Kirchengasse 8) in seiner heutigen Form ausgestaltet. Bemerkenswert ist dabei der Renaissance-Erker aud dem 16ten Jahrhundert. Der letzte große Umbau spiegelte sich in der ehemals eingeschriebenen Jahreszahl 1669 wider.

Das heutige Haus (Kirchengasse 8), wird in den Urkunden oft „De Domus“ bezeichnet wobei eine exakte Zuordnung der Objekte in diesem Komplex oft schwer ist und noch weiter beforscht werden muss.

Bewohner

Zu den bedeutsamen Bewohnern des Hauses gehört der Richter Sichelschmidt und dessen Familie an welche ein besonders künstlerisch wertvolles Epitaph aus der Renaissance in unserer Kirche erinnert.

Folgende Eigentümer / Bewohner sind namentlich bekannt:

1463 Jakob Walkham. Margaretha Witwe
1490 Stephan Walkham. Anna, Stephan Rudel, Margaretha, Hanß Rumpf. Martha, Wolfgang Hager. Katharina
1542 Margaretha Widner, Wolfgang Pircher. Anna
1555 Stephan Sichelschmidt, Anna
1563 Kolumban Sichelschmid (Collumbanus Sichlsmit)
1583 Margaretha Sichelschmidt, Witwe von oben
1604 Herr Josaphat Ysperer d. H. (Miteigentum)
1632 Herr Johann Erasmus Furth von Furthenburg d. Erbschaft
1636 Priorin und Convent zu Ympach
1736 Frau Maria Elisabeth Trimbachin. Witwe
1736 Frau Veronika Rebhan. Agnes Hänger und Sybilla Böheirnb als Erben
1738 Herr Johann Lorenz Draxler (Hofrichter), Maria Magdalena - dessen Ehe Consortin
1754 Frau Maria Magdalena Draxlerin als Wittwe allein
1780 Josef Wunterpaltinger, Theresia
1796 Johann Kratzer, Josefa Wittiber
1807 Josefa Wittiber
1807 Maria Kratzer
1820 Josef & JosefaKniewallner
1828 Josefa Kniewallner
1868 Karl & Aloisia Kienbacher
1904 Julius Kienbacher,
1927 Cäcilia Kienbacher, Witwe
1936 Julius Kienbacher (jun.). Karl (mj.). Maria auf Hälfte des J. K., Cäcilia Kienbacher. Hälfte
1975 Julius Kienbacher


Das Haus steht heute unter Denkmalschutz.

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www.imbach-kremstal.at

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